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„Jugendliche mit Migrationshintergrund hinken bei Bildung deutlich hinterher“

Die von mir hier gewählte Überschrift ist eine Schlagzeile, die uns ständig begegnet. Wir müssen endlich etwas tun, um diese Schlagzeile zu ändern. Bildung ist sehr wichtig. Bildung ist Zukunft. Wenn wir unsere Zukunft retten wollen, müssen wir für die Zukunft investieren.

Unsere Zukunft, das sind auch die Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Sie brauchen von staatlicher wie auch von ehrenamtlicher Seite mehr Unterstützung. Chancengleichheit für Migrantenkinder ist erst verwirklicht, wenn es genügend Förderung und speziell Fachpersonen für sie gibt.

Mit dem Thema „Bildung“ haben wir uns im türkischen Verein  beschäftigt. Wir haben nach Ideen gesucht, wie man den Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund an Realschulen und Gymnasien erhöhen kann. Einer der zahlreichen Vorschläge war die Hausaufgabenbetreuung, die wir dann umgesetzt haben.

Im Laufe der Organisation der Hausaufgabenbetreuung habe ich in Gesprächen mit den Schulen erfahren, dass es im Bereich der Schulsozialarbeit an den Realschulen ein Defizit gibt. Ich habe für die Fraktion AL/Grüne beantragt, dass die Verwaltung im Gemeinderat darüber berichtet, inwieweit Schulsozialarbeit speziell auf Jugendliche mit Migrationshintergrund und ihre Probleme eingeht. Bei der Diskussion dieses Berichts hat die Stadt zugegeben, dass es  hier einen großen Bedarf gibt, insbesondere an den Realschulen.

Die Schulsozialarbeit wird zum größten Teil von der Stadt finanziert. Das Landratsamt beteiligt sich mit 25 % an der Schulsozialarbeit in Grund-, Hauptschulen und Förderschulen. Eine Beteiligung an der Schulsozialarbeit in Realschulen lehnt der Landkreis bisher ab, mit der Begründung, dass dort keine gravierenden Problemlagen bestehen. Die Position des  Landratsamts widerspricht der Darstellung der Realschulen und der Stadtverwaltung diametral! Wer vor Ort ist, weiß dass es hier gravierende Probleme gibt und der Bedarf für Schulsozialarbeit an Realschulen da ist.

Es ist für Kinder mit Migrationshintergrund schon nicht einfach und nicht selbstverständlich, eine Empfehlung für den Besuch von Realschulen und Gymnasien zu bekommen. Wenn sie das dann geschafft haben, brauchen sie weiterhin die  Förderung und die Unterstützung von den für Sie verantwortlichen Personen. Das heißt auch, dass es an den Schulen Sozialarbeiter/innen geben muss, die geschult sind für die speziellen Schwierigkeiten und Lagen von Migrantenkindern. Dass sich das an unseren Schulen hier in Tübingen ändert, darauf will ich hinwirken.

Dann wird die Schlagzeile „Jugendliche mit Migrationshintergrund hinken bei der Bildung hinterher“, zumindest nicht mehr für Jugendliche aus Tübingen gelten.

aynur.soeylemez@al.gruene.de

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