Internationaler Frauentag

Dieser Tag ist auf Initiative der deutschen Sozialistin Clara Zetkin auf der Zweiten Internationalen Sozialistischen Frauenkonferenz im Jahre 1910 ins Leben gerufen worden und wurde bereits im folgenden Jahr im März 1911 in einigen Ländern begangen. An diesem Tag sollte auf Ungerechtigkeiten hingewiesen und für die Gleichberechtigung von Frauen, vor allem in der Arbeitswelt, gekämpft werden. Also ein immer noch aktuelles Anliegen. Im Nationalsozialismus wurde der Internationale Frauentag verboten, hier galt das Ideal der aufopfernden Hausfrau und Mutter. In der Nachkriegszeit wurde der Internationale Frauentag im Westen erst in den Siebzigern wieder populär, freilich unter Ausklammerung seines sozialistischen Hintergrundes. 1977 beschlossen die Vereinten Nationen schließlich, den 8. März als Internationalen Frauentag anzuerkennen. Weltweit nutzen Frauen seither alljährlich am 08.03.2010 diesen Tag: Sie gehen an die Öffentlichkeit, um darauf aufmerksam zu machen, dass sie für ihre Rechte eintreten und die Gleichberechtigung von Frauen und Männern fordern.

Frau Dr. Susanne Omran, Gleichstellungs- und Integrationsbeauftragte der Stadt Tübingen, hat in Kooperation mit dem Institut für Sportwissenschaften der Universität Tübingen, FrauenRat und den unabhängigen Frauenorganisationen zum Internationalen Frauentag eingeladen unter dem Motto „Frauen:Bewegung“. Sie wollte die Frage nach der Geschlechtergerechtigkeit im Sport stellen und den Blick auf (Frauen-) Gesundheit und Bewegung lenken.

Am 08.03.2010, war auch die alternativ-grüne Gemeinderatsfraktion mit einem Informationstisch im Großen Sitzungssaal im Rathaus vertreten. Sie prangerten in kleinen Plakaten an, was sie aus ihrer Sicht an der Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann bemängeln:

„Was uns aufregt, dass…“

  • nur 10 % der Frauen in Ingenieurberufen arbeiten und somit Deutschland die geringste Frauenquote in diesen Berufen im Europäischen Vergleich aufweist
  • Frauen 71 % der Mini-Jobberinnen in Deutschland stellen
  • die Sendezeit im öffentlichen und privaten Fernsehen beim Männerfussball rund 3225 Stunden betrug, bei ihren weiblichen Kollegin hingegen nur 3,5 Stunden
  • Frauen nur mit 25 % in hohen Führungspositionen vertreten sind
  • nur 4,5 % der Mitarbeiter in den Sportredaktionnen bei Presse, TV und Hörfunk Anfang der Neunziger Jahre weiblich sind
  • dass Frauen nach wie vor deutlich weniger verdienen als Männer. Im Westen beträgt die Differenz sogar bis zu 25 %
  • dass nur 16 % der Professoren weiblich sind
  • etc.

Auch gab sie den Besuchern am Infotisch die Möglichkeit, eigene Zettel mit Anmerkungen in eine Informationsbox einzuwerfen. Einige Gäste griffen diese Möglichkeit auf. Hier nennen wir einige Beispiele:

„Was mich aufregt, …

  • dass nur 10 % der Studienanfängerinnen in der Physik weiblich sind
  • dass Frauen, die nicht sachlich sind, oder sich darum bemühen
  • dass es oft nur Frauen sind, die überwiegend ehrenamtlich arbeiten
  • dass für ältere Frauen in der Weststadt wenig geboten wird und dass die VHS nicht mehr dezentral Kurse anbietet
  • dass deutsche Frauen schlecht verdienen. Es gibt keine Mindestlöhne
  • dass Frauen noch immer kein technisches Verständnis zugetraut wird
  • die Altersarmut von Frauen
  • dass nur wenige Väter Erziehungsurlaub machen“

Alice Schwarzer möchte den Internationalen Frauentag abzuschaffen. Sie fordert anstelle eines Frauentages, jeden Tag des Jahres den Menschen zu widmen, Frauen wie Männern. Was sie damit fordert, ist Gleichberechtigung. Ist doch ganz einfach. Was meinen Sie dazu?

Stella Tauber, AL/Grüne

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1 Response so far »

  1. 1

    Volker Seitz said,

    Wer wirklich den Armen in Afrika helfen will, der sollte Druck auf die Bundesregierung ausüben, dass künftig die Empfängerregierungen von Entwicklungshilfeleistungen verbindlich und nachprüfbar verpflichtet werden Ausbildung und Gesundheitswesen
    zu fördern. Ich kenne kein Problem in Afrika das nicht auf mangelnde Bildung zurückzuführen ist. Aber die Staaten in Afrika müssen Bildung/Ausbildung zur Priorität machen. Wo das geschieht wie in Ruanda, Botswana und Mauritius wird man bald nicht mehr von externer Hilfe Abhängigkeit sein. Wer sich für Afrika interessiert muß auch die unbequeme Wahrheit zur Kenntnis nehmen, dass mit der derzeitigen Entwic klungshilfe weitgehend Regime unterstützt werden, die sich für ihre Bevölkerungen nicht oder wenig interessieren. Wir sollten unser eigenes Tun kritisch reflektieren.
    Denn „gut“ und „gut gemeint“ sind nicht immer dasselbe.(vgl. http://www.bonner-aufruf.eu)
    Volker Seitz, 17 Jahre als Diplomat in Afrika


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