Spendenaktion für Mobilitäts-Tickets?

Auf meine Fragen zum kostenlosen ÖPNV für Flüchtlinge aus Weilheim gestern Abend im Gemeinderat (siehe diesen Beitrag) hat OB Palmer Folgendes geantwortet:

1. Welche Kosten kommen auf den Stadtverkehr zu, wenn den Flüchtlingen in Tübingen kostenlose Monatstickets ausgegeben werden?
15.000 Euro

2. Wie ist die Position der Stadt zu diesem Anliegen?
OB Palmer hat am 22. Oktober 2009 einen Brief an naldo geschrieben, in dem er erklärt hat, dass er es sinnvoll findet, den Flüchtlingen die Mobilität zu ermöglichen. Und bereit wäre, kostenlose Tickets für den Stadtverkehr zur Verfügung zu stellen.

3. Wie steht naldo zu diesem Anliegen?
naldo hat ihm am 3.12.2009 geantwortet, dass sie in den derzeitigen Zeiten grundsätzlich einen Sozialtarif ablehnen und die Stadt die kompletten Kosten tragen müsste.

4. Wie wird die Stadt mit diesem Anliegen in Zukunft umgehen?
Die Stadt sieht in der derzeitigen Haushaltslage nicht die Möglichkeit, 15.000 Euro an naldo zu finanzieren. Die Stadtwerke haben eine Spende in Höhe von 1500 Euro angeboten, 10 Prozent der Summe, die für ein Jahr erforderlich wäre. Zur Soforthilfe und zur Überbrückung, bis die Angelegenheit grundsätzlich geklärt ist, kann man also „Selbsthilfe“ machen.

Grundsätzliche Klärung hieße: Was kann der Landkreis finanzieren? Wie kann man naldo dazu bringen, einen Sozialtarif für EmpfängerInnen von Hilfen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz zu machen (wie es z.B. der Stadtverkehr in Hannover macht)?

Gibt es andere kreative Lösungen für das Mobilitätsproblem wie beispielsweise eine Mitfahrbörse von Weilheim nach Tübingen? Ein Shuttle-Bus der Stadt Tübingen, der regelmäßig auf der Strecke Weilheim Tübingen pendelt?

Oder lassen sich die Kosten reduzieren? Teilstreckentickets sind leider nicht möglich wie Palmer auf unsere Nachfrage erklärte, aber 4-Fahrten-Karten.

Grundsätzlich wäre zu überlegen, ob AL/Grüne zu einer Spendenaktion für diese „Mobilitäts- Tickets“ aufrufen. Ein erster Betrag wäre ja schon im Spendenkonto. Dank der Stadtwerke.

Ich würde mich freuen, hier Meinungen zu diesem Thema zu lesen!

evelyn.ellwart@al.gruene.de

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3 Antworten so far »

  1. 1

    Offener Brief

    Sehr geehrter Herr Lang,
    Ihre Ablehnung der Anfrage, den in Weilheim untergebrachten Flüchtlingen ein kostenloses Monatsticket (ohne Ausgleichszahlungen der Stadt) zur Verfügung zu stellen ist nicht nachvollziehbar.
    Es geht hier ja nicht um den Verzicht auf fällige Einnahmen, da besagte Personengruppe nicht einmal potentiell zur ihrer Kundschaft zählt – hier ginge es lediglich um eine Geste der Menschlichkeit. Mit 40 Euro im Monat gehört Bus fahren zu den Dingen, die für einen hier lebenden Flüchtling nicht in Frage kommt.
    Ich finde es unerträglich, diese Menschen, die Schutz bei uns suchen, in einem Dorf unterzubringen, ohne ihnen die Möglichkeit zu geben, mobil zu sein. Sie können dadurch weder regelmäßig im Tafelladen einkaufen, noch andere städtische Angebote nutzen. Nicht einmal ein Besuch der Vesperkirche ist so ohne weiteres möglich.
    Der Versuch, dieses Problem auf die Stadt abzuwälzen und sich über diesen Weg auch noch an der Not zu bereichern, ist unanständig.
    Um es kurz zu machen: Ich übernehme die Kosten für ein ermäßigtes Monatsticket für einen der Flüchtlinge und hoffe, es finden sich andere Tübinger Bürger und Bürgerinnen die sich dem anschließen.
    Wer auf der Flucht ist, hat einen Anspruch auf unsere Hilfe.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ilka Neuenhaus MdL

  2. 2

    Sabine Schlager said,

    Die Idee einer Spendenaktion gefällt mir gut, denn Ich sehe leider keine kurzfristige Lösung, bei der der naldo die kostenlose Busnutzung für die Asylbewerberinnen und Asylbewerber in Weilheim frei gibt. Weder im Kreistag noch im naldo-Aufsichtsrat gab es eine Mehrheit für den grünen Antrag, ein Sozial-Ticket für Haushalte mit besonders niedrigem Einkommen einzuführen.
    Patenschaften für Monatskarten wären eine schnelle Lösung.
    Die grüne Kreistagsfraktion hat sich spontan bereit erklärt, sich an der Spendenaktion zu beteiligen und eine Patenschaft in Höhe von 1 Monatskarte für 1 Jahr zu übernehmen.
    Sabine Schlager

  3. 3

    Heinrich Schmanns said,

    Ich sehe die Position wie der OB Palmer, Sabine Schlager und Ilka Neuenhaus. Wir haben hier keinen Verlust von Einnahmen bei naldo. Diese „Kunden“, die Flüchtlinge aus Weilheim, werden keine Kunden dadurch, dass naldo sich hartherzig zeigt.
    Und dann zu erklären, soll es doch die Stadt machen, naldo kann in Zeiten von Finanzkrise grundsätzlich keine Sozialtickets bereitstellen, ist einfach schäbig. Da ist ja nicht einmal ein Fitzelchen von Gesprächsbereitschaft zu sehen. Eventuell könnte ja gemeinsam mit Stadt, Landkreis und SWT eine zufrieden stellende Lösung zu finden sein.
    Wir AL/Grüne sollten zu einer Spendenaktion aufrufen und werden das sicherlich in der Fraktionssitzung und anderen Gremien besprechen.

    Heinrich Schmanns
    AL/Grüne Gemeinderatsfraktion


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